Andreas H. Schmachtl, geboren 1971, studierte Kunst, Germanistik und Anglistik in Oldenburg. Einen Gutteil seiner Zeit verbringt er in England, wo die Ideen zu seinen Büchern entstehen. Nicht zufällig geht es darin hauptsächlich um Igel, Mäuse und andere kleine Leute, deren Schutz und Erhalt ihm besonders am Herzen liegen.
Mit einem bewundernswerten Blick für Details und viel Liebe zeichnet Andreas H. Schmachtl seine Figuren. Er ist ein Meister der Beobachtung, dem es auf unnachahmliche Weise gelingt, die Gefühle und Gedanken der Figuren in einem bestimmten Moment auf das Papier zu bannen.
Zunächst einmal muss ich gestehen, dass Rupert viele Jahre vor Tilda entstanden ist. Und um es gleich zu sagen, der ist mir auch viel ähnlicher als sie. Mit dem Namen Apfelkern war es dann wie mit Tilda selber. Eines Tages waren beide einfach da.
Natürlich ist Tilda nicht arm wie die sprichwörtliche Kirchenmaus. Genau genommen ist sie sogar reich. Weil Dinge wie Geld und Wohlstand in ihrem Leben nicht die allergeringste Rolle spielen. Eine tolle Vorstellung, oder?
Nicht wirklich. Tatsächlich gelte ich sogar als ausgesprochen streitbar. Nun, das kann schon angehen. Immerhin gibt es unzählige Dinge, über die man sich einfach aufregen muss. Alles in allem wünsche ich mir aber eine "bessere" Welt. Eine, in der Rücksichtnahme als selbstverständlich gilt.
Man kann, glaube ich, nicht schreiben, ohne immer auch von sich selber zu erzählen. Und das Wichtigste ist vielleicht: Meine Tierfiguren sind keine "kleinen Menschen" oder dergleichen. Sie sind Tiere, wie sie uns immer und überall umgeben. Ich kann es nicht ertragen, wie Tiere weltweit gequält, misshandelt und missbraucht werden. Unerträglich finde ich, dass unzählige Tiere, ja ganze Tierarten bereitwillig dem Autoverkehr geopfert werden. Die Menschheit stellt sich damit ein Armutszeugnis aus. Und ich kann nur hoffen, dass unsere Kinder einmal klüger sind. Dass sie denken: Heute lasse ich das Auto stehen, damit der gute alte Rupert sicher über die Straße kommt!
Mein perfekter Tag ist ein Apriltag und damit vor allem nicht zu heiß. Er beginnt mit Musik von Händel. Und im Idealfall wandere ich nach einem guten Frühstück über Englands sanfte Hügel. Über mir steht eine Lerche hoch am Himmel, Schlüsselblumen schaukeln im Wind, Kaninchen blinzeln allerorten unter den Hecken hervor und die Stille wird allenfalls von fernem Glockenläuten durchbrochen. Das ist natürlich perfekt. Herbststürme, Wiesenschaumkraut, eine gelungene Marmelade, der Waldkauz hinter unserem Haus, meine Katze Peggy, blühendes Zymbelkraut und eben immer wieder Händel ... können einen Tag auch perfekt machen.
Das Leben. Was denn sonst?
Oh, ich kenne Tilda, Rupert und all die anderen nun schon so lange, dass ich mir ein Leben ohne sie gar nicht vorstellen kann. Und ich hoffe doch, dass ich noch viele Geschichten aus ihrem Leben erzählen kann. Andererseits erfinde ich eigentlich jeden Tag aufs Neue auch neue Figuren. Das geschieht ganz automatisch, bereitet mir diebisches Vergnügen und wird hoffentlich auch immer so bleiben.
Ich genieße den Wechsel zwischen Illustrieren und Schreiben. Und ich begreife es als Privileg, beides tun zu können. Beides kann sehr befreiend und beides kann unglaublich anstrengend sein. Es gibt Tage, da kann ich gar nicht anders, als zu zeichnen. Aber alles in allem ziehe ich das Schreiben vor.
Was heißt denn hier wenn?
Wir sehen uns nahezu jeden Tag. Und wenn ich diese Maus etwas fragen möchte, dann tue ich das auch. Es sei denn natürlich, meine Frage wäre ungehörig. Dann frage ich lieber Rupert und DER fragt Tilda dann.
Tja, so läuft das. Klingt vielleicht ein bisschen verrückt. Aber genau deswegen macht Tilda die Welt vielleicht ein wenig liebenswerter.